Micha halbiert sich

Was Entscheidungen, die aus einer Bierlaune heraus fallen, doch so alles mit sich bringen können! Als Michael „Micha“ Klotzbier mit einem Freund wettete, er könne einen Marathon laufen, ahnte er mit Sicherheit noch nicht, wie sich sein Leben im Laufe der nächsten Monate ändern würde. Sein Manko zu dieser Zeit: er brachte rund 160 Kilo Körpergewicht auf die Waage. „Erschwerend“ hinzu kam, dass sowohl Spiegel TV als auch das SAT.1 Frühstücksfernsehen auf ihn aufmerksam wurden und ihn bei seinem Vorhaben begleiteten. Er kam also aus der Nummer nicht mehr raus…

Ein Interview mit dem Alltagshelden:

Micha, Du hast in den letzten zwei Jahren, unter ärztlicher Aufsicht, über 50 Kilo abgenommen. Respekt. War´s schwer?
Ging so, eigentlich nicht, da ich stets Unterstützung und Ermutigung auch aus meinem privaten Umfeld erfahren habe. Über meinen Blog „Micha halbiert sich“ kamen dann noch zig bewundernde Worte von Vielen dazu, die mir nacheiferten und ebenfalls abnehmen wollten. Irgendwann ist das Ganze dann zum Selbstläufer geworden. Im wahrsten Wortsinne, denn mit längeren Spaziergängen habe ich den Anfang gemacht.

Mit welchen Hochs und Tiefs musstest Du dabei klarkommen?
Wenn man sich zusammenreißt und sein Vorhaben diszipliniert Tag für Tag umsetzt und sich dabei an die Regeln hält, dann ist es eigentlich recht einfach, zumindest anfangs purzelten die Kilos nur so, das war klasse. Es gibt aber auch Tage, da haste einfach keinen Bock, gerade rund um Weihnachten und das rächt sich natürlich ebenso schnell wieder. Insgesamt muss ich aber sagen, dass es ein schönes Gefühl ist, an sich zu arbeiten und, letztendlich auch durch den Blog, andere zu motivieren, es mir gleichzutun. Mittlerweile ist der Sport, den ich in meinen Alltag integriere, gar kein Problem mehr, der Schweinhund gewinnt nur ab und zu, wenn ich die Ernährung nicht ganz im Griff habe, aber man soll sich ja auch regelmäßig was gönnen und gleichzeitig darf auch der Sport nicht in Stress ausarten. Fahrrad fahre ich jeden Tag zwischen 20 und 30 Kilometer zur Arbeit, das ist schon mal ein ganz guter Grundstock.

Was würdest Du retrospektiv anders machen?
Ich würde es erst gar nicht mehr zu 160 Kilos kommen lassen, aber das sagt sich jetzt im Nachhinein so leicht. Die Bilder von damals sind mir heute aber auf jeden Fall Mahnung und Warnung zugleich, so will ich nie wieder aussehen.

Du kannst Deinen Werdegang also weiterempfehlen?
Absolut, es überwiegt in jedem Falle das Positive und macht einen Stolz auf das Erreichte. Ich kann aus dieser Erfahrung heraus nur jedem empfehlen, sich selbst realistische Zwischenziele auf dem Weg zum großen Ganzen zu setzen. Und dann: Einfach machen! Gerade wenn man so viele Kilos hatte wie ich, sollte man langsam anfangen, beispielsweise mit Radfahren, Nordic Walking oder Aqua GYM bzw. schwimmen. Der Gewinn an neuer Lebensqualität ist durch nichts zu ersetzen. Und: sucht Euch Freunde, die mitmachen, gemeinsam „leidet“ man leichter.