Himmel und Höhle – ein Besuch bei Mutter Natur

Was wir schon immer machen wollten: 48 Stunden in der Natur unterwegs sein, von Sonnenauf- bis Sonnuntergang biken und danach im Schlafsack am Lagerfeuer liegend zur Ruhe kommen. Erlaubte Hilfsmittel: Enduro, Schlafsack, Rucksack mit Espressokanne und gute Laune.

Ok, genau genommen ist es dann schon etwas mehr: auf Taschenmesser, Minitool, Flickzeug und Ersatzschlauch, Benzinfeuerzeug, Espressokanne und -pulver, Wasserflasche, Zahnbürste und -pasta, Handy und einen Notgroschen wollten wir dann doch nicht verzichten. Dennoch soll der bewusste Purismus unseren Tag beherrschen.
Unterwegs waren wir dieses Mal im südlichen Pfälzerwald auf unseren WME Enduros. Die Gegend ist für die Bikes in der 160mm-Einstellung optimal, Flowtrails und steile Stiche reichen sich die grüne Hand. Trailsurfen heißt hier aber auch in der Natur sein, fernab von Einkehrmöglichkeiten und Supermarkt.

Durst? Aber Hallo, der kommt sicher irgendwann, meistens wenn die anfangs gefüllte Trinkflasche staubtrocken ist. Was nun? Ein kleines Rinnsal ist schnell gefunden. Was aber essen wir? Vor der Fahrt haben wir uns erkundigt, was Mutter Natur so auftischt. Am Wegesrand finden wir kleine Walderdbeeren – die sind okay. Wir pflücken alle. Auf einer kleinen Lichtung finden wir wilde Apfelbäume, sehr sauer. Wir packen einige ein und fahren weiter. Einen Selbstversuch wagen wir mit Disteln, die wir unterwegs finden. Diese ziehen wir vorsichtig aus dem Boden und waschen die Wurzeln in einem Bach ab. Die Wurzeln haben nämlich einen hohen Nährstoffgehalt und schmecken zudem erstaunlicherweise ganz gut.

Die Sonne wird bald untergehen – es wird Zeit einen Unterschlupf für die Nacht zu finden. Das felsige Gebiet ist für die zahlreichen Höhlen bekannt. Auf der Karte ist eine in der Nähe des Reinighofs eingezeichnet. Gefunden! Nach einer kleinen Umgebungsinspektion beschließen wir hier zu bleiben. Schnell ist es stockdunkel. Über dem Feuer kochen wir Kräutertee und essen Wurzeln und Äpfel. In der Nacht hören wir Geräusche aus allen Richtungen, ein Reh streift durchs Unterholz, ein Fuchs bellt und aus der Ferne ist der Ruf des Waldkauzmännchens zu vernehmen.

Die ersten Sonnenstrahlen erreichen uns um kurz nach 5 Uhr morgens. Es ist feucht-kalt und nebelig. Wir entfachen das Feuer nochmals und machen uns einen starken Espresso, dazu gibt es Distelwurzel. Um die Müdigkeit aus den Knochen zu bekommen, schnappen wir unsere Enduros und legen, angetrieben von Koffein und Nährstoffexplosionen los. Hunger verspüren wir keinen mehr. Im Gegenteil – wir haben Appetit auf extremere Touren bekommen!

Fahrer:
Marcus Felski (Radde),
Marcus Pudenz

Ort:
Dahn, Südlicher Pfälzerwald

Koordinaten:
Start in Dahn:
49°09‘06.1“N 7°46‘44.6“E

Höhle bei Reinighof:
49°07‘34.4“N 7°46‘18.2“E

Bikes:
WME Carbon und Alu